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Ein gewaltiger Sprung für Jeff Koons: Künstler schickt Skulpturen zum Mond

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Ein gewaltiger Sprung für Jeff Koons: Künstler schickt Skulpturen zum Mond

Entsprechende digitale Renderings der für den Mond bestimmten Werke werden, wie nicht anders zu erwarten, als NFTs verkauft.

Abflug! Jeff Koons hat angekündigt, dass er noch in diesem Jahr eine Gruppe neuer Skulpturen zum Mond schicken wird. Die Werke des teuersten lebenden Künstlers der Welt sollen im Juli den einzigen natürlichen Satelliten der Erde erreichen und dort auf ewig verbleiben.

Sie werden an Bord eines Mondlanders namens Nova C transportiert, der von dem privaten amerikanischen Unternehmen Intuitive Machines entwickelt wurde. Das Raumschiff, das vom Kennedy Space Center in Merritt Island, Florida, starten wird, soll im Oceanus Procellarum landen, einer Region auf der Vorderseite des Mondes (der der Erde zugewandten Hemisphäre). Ein durchschnittliches Raumfahrzeug benötigt etwa drei Tage, um die 386.000 Kilometer zwischen der Erde und dem Mond zurückzulegen.

Nach ihrer Landung werden die Skulpturen dauerhaft in einem transparenten, thermisch beschichteten Kubus untergebracht. Weitere Details zu den Werken sollen in den kommenden Wochen über eine eigens eingerichtete Website bekannt gegeben werden. Es wird jedoch nur ein einziger Nova-C-Lander mit den Werken entsandt. Bei einer Ladekapazität von 100 kg und Maßen von zwei mal drei Metern ist es daher unwahrscheinlich, dass Koons’ Mond-Skulpturen so groß sein werden wie seine berühmtesten Werke.

Ein gewaltiger Sprung für Jeff Koons: Künstler schickt Skulpturen zum Mond — Tafel I
Tafel IEin gewaltiger Sprung für Jeff Koons: Künstler schickt Skulpturen zum Mond

Flankierend zu dieser Mondexpedition wird Koons im Rahmen des Projekts Jeff Koons: Moon Phases auch seine erste NFT-Serie veröffentlichen. Der Künstler hatte bereits im vergangenen Jahr in München seine Absicht bekundet, in das NFT-Geschäft einzusteigen, hielt sich jedoch bedeckt, was dies beinhalten würde. Die NFTs werden über Pace Verso, die NFT-Plattform seiner Galerie Pace, angeboten und korrespondieren jeweils mit einer physischen Skulptur. Die Erlöse aus „einem der ersten NFT-Verkäufe“ werden laut einer offiziellen Mitteilung an Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières gespendet.

„Ich wollte ein historisch bedeutsames NFT-Projekt schaffen, das in humanistischem und philosophischem Denken verwurzelt ist“, sagt Koons in einem Statement. „Die Erforschung des Weltraums hat uns eine Perspektive auf unsere Fähigkeit gegeben, weltliche Beschränkungen zu überwinden. Diese Ideen sind zentral für mein NFT-Projekt, das als Fortsetzung und Feier der strebsamen Errungenschaften der Menschheit innerhalb und außerhalb unseres eigenen Planeten verstanden werden kann.“

Marc Glimcher, Präsident und CEO von Pace, bezeichnet das Projekt als „eines der ehrgeizigsten und bedeutendsten Unterfangen, das die Galerie je präsentiert hat“, und fügt hinzu, dass es „Koons’ Vermächtnis als einen der weltweit größten kreativen Visionäre bestätigt“.

Das Projekt wird laut Jack Fischer, Vizepräsident von Intuitive Machines, als die „ersten autorisierten Werke auf der Mondoberfläche“ beworben, wobei unklar bleibt, wer die Werke autorisiert hat. Er fügt hinzu, dass der Landeplatz zu einer „Lunar Landing Heritage“-Stätte werden wird – Mondregionen, die von der National Aeronautics and Space Administration (Nasa) und angeschlossenen Partnern als historisch bedeutsam eingestuft werden, wie etwa der Ort der ersten Mondlandung durch Apollo 11. Der Schutz dieser Stätten wurde 2019 während der Trump-Administration vom US-Senat verabschiedet und im Dezember 2020 vom ehemaligen Präsidenten unterzeichnet.

Koons ist jedoch keineswegs der erste Künstler, der seine lunaren Ambitionen in die Tat umsetzt. Anfang dieses Jahres kündigte der in Dubai ansässige Maler Sacha Jafri an, ein Werk zum Mond zu schicken, das er als das „erste offizielle Kunstwerk auf dem Mond“ bezeichnete. Was der Künstler mit „offiziell“ meint, ist unklar. Zudem werden beide Ansprüche auf den Status als erste Kunstwerke auf dem Mond durch den Künstler Paul van Hoeydonck untergraben, dessen Aluminiumskulptur bereits 1971 auf dem Mond platziert wurde. Und selbst er könnte noch durch die unbestätigte Präsenz einer Keramikfliese übertroffen werden, in die Zeichnungen von Künstlern wie Warhol, Claes Oldenburg und Robert Rauschenberg geritzt wurden.

Bisher hat noch keine Künstlerin nennenswertes Interesse daran bekundet, ein Kunstwerk zum Mond zu schicken.

Quelle: The Art Newspaper

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