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Iran und seine außergewöhnliche Kunstsammlung

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Iran und seine außergewöhnliche Kunstsammlung

Monet, Pissarro, Toulouse-Lautrec, Degas, Renoir, Gauguin, Matisse, Chagall, Klee, Rodin, van Gogh, Picasso, Braque, Kandinsky, Magritte, Dalí, Miró, Johns, Warhol, Hockney, Lichtenstein, Bacon, Duchamp, Rothko, Man Ray: Sie sind alle da. Das Gefühl, mit solchen Meisterwerken in Dialog zu treten, ist einzigartig – ebenso wie einst der Moment für Farah Diba, als sie exklusiv ihre Neuerwerbung bewunderte: einen Jackson Pollock aus dem Jahr 1950, der als Hauptwerk aus der besten Schaffensperiode des Künstlers gilt.

Die Kontraste sind frappierend, fast schon widernatürlich. Etwa wenn Calders Mobiles träge unter den wachsamen Blicken von Ayatollah Ruhollah Khomeini, dem Vater der Islamischen Iranischen Revolution, und seinem Nachfolger als Oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, schwingen. Willkommen im Museum für zeitgenössische Kunst in Teheran, dessen Architektur vom Guggenheim Museum inspiriert wurde.

Iran und seine außergewöhnliche Kunstsammlung — Tafel I
Tafel IIran und seine außergewöhnliche Kunstsammlung

Das 1977 eröffnete Museum wurde von der damaligen Kaiserin Farah Diba Pahlavi, der Gemahlin von Schah Mohammad Reza Pahlavi, konzipiert und in Auftrag gegeben. Sie wählte ihren Cousin Kamran Diba als Architekten und ersten Direktor. Nur fünf Quartale nach der Einweihung musste das Kaiserpaar das Land für einen „Urlaub“ verlassen, um kurz darauf von der Islamischen Revolution verdrängt und hinweggefegt zu werden. Zwischen 1974 und 1977 packte die Kaiserin und ihr Team jedoch ein regelrechter Kaufrausch, bei dem sie sich in Paris und New York mit absoluten Meisterwerken eindeckten. „Fenêtre ouverte sur la Rue de Penthièvre“ von Picasso, „Femme debout“ und „Homme qui marche“ von Giacometti, „Orange and Black“ und „No. 2“ von Rothko, „Roto Broil“ von Roy Lichtenstein, ein „Selbstbildnis“ von Munch, „Orange Fish“ von Calder, ein prächtiges, pornografisches Triptychon von Francis Bacon… Diese Sammlung, die heute auf über 3 Milliarden Dollar geschätzt wird, ist eine der fabelhaftesten Kollektionen moderner Kunst weltweit.

Iran und seine außergewöhnliche Kunstsammlung — Tafel II
Tafel IIIran und seine außergewöhnliche Kunstsammlung

Das neue Regime – das alles hätte verkaufen oder gar zerstören können – schloss damals umgehend die Türen des Museums und verbarg seine Schätze in einem Betonbunker. Erst 2005 wurde eine erste Retrospektive organisiert, während gleichzeitig einige Werke an europäische Museen verliehen wurden. Iranische Kuratoren arbeiten derzeit an einem umfassenden Katalog, der die gesamte Geschichte dieser Sammlung nachzeichnet und nicht weniger als sechs Bände umfassen soll!

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